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DIAGNOSTIK - LUMBALPUNKTION
Bei
einer Lumbalpunktion wird mit einer Hohlnadel Nervenflüssigkeit (Liquor) aus
dem Wirbelkanal entnommen. Die Nervenflüssigkeit kann dann im Labor untersucht
werden. Hierdurch kann eine akute oder chronische Entzündung des Nervensystems
nachgewiesen oder ausgeschlossen werden.
Wie
läuft die Untersuchung ab?
Die
Nervenwasserentnahme erfolgt normalerweise im Sitzen oder auch in der
Seitenlage. Im Bereich der Lenden-wirbelsäule führt der Arzt eine Hohlnadel
zwischen zwei Wirbelkörpern ein. Die Nadel wird unterhalb des Rücken-markes in
den Wirbelkanal eingeführt. Durch die Nadel werden dann wenige Milliliter
Nervenflüssigkeit entnommen, die dann laborchemisch und unter dem Mikroskop
untersucht werden. Das Einführen der Nadel ist wenig schmerzhaft. Eine örtliche
Betäubung ist in der Regel jedoch nicht erforderlich. Mit Hilfe einer
sogenannten atraumatischen (gewebsschonenden) Nadel, kann das Auftreten von
Kopfschmerzen in Folge der Punktion deutlich verringert werden. Dabei wird die
Haut zunächst mit einer speziellen Nadel durchstochen und an-schließend eine
Hohlnadel zum Nervenwasser geführt. Nach der Entnahme der Nervenflüssigkeit
wird die Nadel gezogen, die
Punktionsstelle wird für einige Minuten gedrückt und mit einem Pflaster versorgt.
Welche
Komplikationen können auftreten?
Die
Entnahme von Nervenflüssigkeit ist ein risikoarmes Routineverfahren. Kein
medizinischer Eingriff ist jedoch völlig risikofrei. Auch bei größter Sorgfalt
kann es in einzelnen Fällen zu Komplikationen kommen.
Zu
den gelegentlich auftretenden Komplikationen zählen: Verletzungen kleiner
Blutgefäße, die normalerweise keiner Behandlung bedürfen. Größer Blutungen
treten nur bei erhöhter Blutungsneigung auf. Hier kann eine spezielle
Behandlung erforderlich sein; Reizung einer
Nervenwurzel mit der Punktionsnadel und dadurch kurz auftretender ischiasartiger
Schmerz. Nach Korrektur der Nadel bildet sich der Schmerz in der Regel schnell
zurück; Kopfschmerzen, selten
auch Übelkeit, Erbrechen oder Rückenschmerzen. Die Beschwerden treten oft erst
ein bis zwei Tage nach der Punktion auf und klingen in der Regel nach einigen
Tagen ab. Bei Bedarf können die Beschwerden mit Schmerzmedikamenten behandelt
werden. Die Beschwerden bessern sich, wenn Sie sich hinlegen. Nur in seltenen
Fällen halten die Beschwerden länger an und erfordern weitere
Behandlungsmaßnahmen. Wegen möglichen Kreislaufstörungen sollte nach der
Nervenwasserentnahme für eine halbe Stunde Bettruhe gehalten werden.
Vereinzelt
treten vorrübergehende Beeinträchtigungen des Hörvermögens, Tinnitus oder
Ohrdruck auf.
Zu
den selten auftretenden Komplikationen zählen: Infektionen an der
Einstichstelle, die durch Salben oder Antibiotika gut behandelbar sind; vorrübergehende
Störungen einzelner Hirnnerven, was mit Doppelbildern einher gehen kann; Hirnhautblutungen
oder Flüssigkeitsansammlungen unter der harten Hirnhaut, die meist folgenlos
zurückbilden;
Zu
den sehr selten auftretenden Komplikationen gehören: Entzündungen der
Rückenmarkshäute oder Einblutungen, die extrem selten zu anhaltenden
Schädigungen wie Lähmungen führen können; Überempfindlichkeitsreaktionen
gegen auf ein eventuell verabreichtes Schmerzmittel. Meist äußern sich diese
durch Juckreiz oder Hautausschlag. In extrem seltenen Fällen können
Überempfindlichkeitsreaktionen zum Kreislauf-kollaps oder Schock führen. Dann
ist eine stationäre Behandlung erforderlich.
In
extrem seltenen Fällen kann eine anhaltende Hörminderung oder Sehstörung
auftreten. In Ausnahmefällen kann eine Störung der Atmung und des Kreislaufs
unmittelbar nach der Punktion auftreten. Der Grund dafür ist in der Regel eine
begünstigende Grunderkrankung, wie z.B. erhöhter Hirndruck.
Worauf
müssen Sie achten?
Wenn
der Arzt Ihnen Bettruhe verordnet, halten Sie diese ein! Falls nach dem
Eingriff Beschwerden auftreten (z.B. stärkere Kopfschmerzen, starkes Erbrechen
oder hohes Fieber) oder Blutungen, informieren Sie umgehend den Arzt.
Vor
der Durchführung wird der Arzt mit Ihnen über den Ablauf der Maßnahme sprechen.
Damit Sie sich entscheiden und in den Eingriff einwilligen können, müssen Sie
die typischen Risiken und Folgen der Maßnahme kennen und über mögliche
Alternativen informiert werden. Sie können sich hier eine Version der Aufklärung zur Lumbalpunktion ausdrucken.