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ERKRANKUNGEN UND THERAPIEN - MULTIPLE SKLEROSE (MS)
 

Wie wird eine Multiple Sklerose festgestellt?
Die Multiple Sklerose wird heute nach der sogennnten McDonald-Kriterien diagnostiziert. Die exakte Diagnose ist Vorrausetzung für die weitere Behandlung. Eine ausführliche Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) sowie eine neurologische Untersuchung sind hierfür wichtig.

Da diese Krankheitszeichen auch durch andere Erkrankungen hervorgerufen werden können und Multiple Sklerose nicht durch eine einzige Untersuchung festgestellt werden kann, sind viele Untersuchungen notwendig:

Es werden elektrophysiologische Untersuchungen durchgeführt. Je nach Krankheitszeichen kommen hier VEP, AEP oder SEP in Frage.

Ebenso ist eine Blutuntersuchung notwendig, um andere Krankheiten, die diese Symptome auch hervorrufen können, auszuschließen.

Da Multiple Sklerose eine Erkrankung des Zentralen Nervensystems ist, werden je nach Krankheitszeichen, Kernspintomographien (MRT = Magnetresonanztomographie) vom Gehirn und/oder vom Rückenmark erstellt.

Finden sich bei diesen Kernspinaufnahmen Multiple-Sklerose-typische Läsionen und deuten die durchgeführten Untersuchungen auch auf eine Erkrankung des zentralen Nervensystems hin, wird dann im Krankenhaus (stationär oder ambulant) eine Lumbalpunktion durchgeführt. Dabei wird eine Hohlnadel zwischen den Lendenwirbelkörpern in den Lumbalkanal eingeführt, um Nervenwasser (Liquor) zu entnehmen. Im Liquor können Eigenschaften bestimmt werden, die weder im Blut noch im Urin nachweisbar sind. Bei einer Multiplen Sklerose sind die oligoklonalen Banden häufig positiv.

Im Anschluss an den Krankenhausaufenthalt wird in unserer Praxis ein neuer Termin vereinbart, um offene Fragen zu klären und Therapiemöglichkeiten anzusprechen.

 

McDonald-Kriterien zur Diagnose einer MS (Revision 2005)

Anzahl der Schübe Klinische Läsionen
Weitere erforderliche Kriterien
 2 oder mehr
2 oder mehr
keine
2 oder mehr
1

- räumliche Dissemination im MRT
ODER
- positiver Liquorbefund (Nachweis oligoklonaler Banden bzw. eines erhöhten Liquor IgG-Index)
ODER
- weiterer klinischer Schub an anderer Lokalisation

1 2 oder mehr
- zeitliche Dissemination im MRT
ODER
- weiterer Schub
1
1
- räumliche Dissemination im MRT
ODER
-zwei oder mehr MS-typische Läsionen im MRT mit positivem Liquorbefund und zeitliche Dissemination im MRT
ODER
- weiterer klinischer Schub
0 (primär chronisch progredienter Verlauf 1
kontinierliche Progression über ein Jahr und zwei der folgenden Kriterien:
- mindestens neun zerebrale T2-Läsionen oder mindestens vier zerebrale T2-Läsionen und positive VEPs
- zwei fokale spinale T2-Läsionen
- positiver Liquorbefund
 
 
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